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famrecon
Familien aus Kirchenbuch-Tabellen.

Wer Kirchenbücher abschreibt, hat am Ende Tabellen: eine Zeile je Taufe, Trauung und Begräbnis. famrecon macht daraus Familien, Person für Person, mit Fundstelle und Begründung an jeder Verbindung. Was nicht eindeutig ist, bleibt offen und kommt in eine Prüfliste.

Version 0.1.6 vom 7. Oktober 2026 · in Arbeit · Deutsch und Englisch

Leistung

Was famrecon schafft

Der gesamte Bestand des Kies'schen Familienarchivs, fast 242.000 Kirchenbucheinträge aus 32 Pfarreien im Zabergäu und am Stromberg, wurde in 25 Minuten rekonstruiert – lokal auf einem gewöhnlichen Desktop-Rechner, ohne künstliche Intelligenz und ohne Cloud. Alle 32 Läufe liefen ohne Abbruch durch.

241.958Einträge in 32 Pfarreien
594.175Personennennungen
356.336Personen, 170.902 Familien
25 mingrößte Pfarrei Bönnigheim: 27.310 Einträge in 6½ min

Das Programm läuft auf dem eigenen Rechner, ohne Dienst im Netz. Jeder Lauf ist reproduzierbar: Gleiche Tabellen ergeben das gleiche Ergebnis, Verbindung für Verbindung nachprüfbar.

Ein einzelnes Dorf im Detail. Die Kirchenbücher von Cleebronn im Zabergäu, abgeschrieben von Dr. Otfried Kies, umfassen 250 Jahre. famrecon hat die Tabellen ohne Anpassung am Programm gelesen und auf einem gewöhnlichen Desktop-Rechner verknüpft.

13.658Einträge, 1560–1808
19.048Personen
8.915Familien, 6.253 mit Kindern
99 sEinlesen 6 s, Verknüpfen 93 s

Für ein Ortsfamilienbuch heißt das: Die Fleißarbeit, jede Taufe der richtigen Familie zuzuordnen, erledigt die Rechnung. Der Autor entscheidet nur noch die Fälle, die wirklich offen sind, und sieht bei jeder Verbindung, warum sie gezogen wurde.

Eine zweite Meinung zu bestehenden Familienbüchern. famrecon kann eine vorhandene Rekonstitution gegenlesen. Am Kies-Archiv hat es Verbindungen gezeigt, die dort fehlten:

Anna Hannaman, begraben 1614, ist die 1583 getaufte Anna Hanneman. famrecon verbindet beide über einen Lautschlüssel, der Schreibvarianten gleichsetzt; das Archiv hatte zwei Personen.
Johann Philipp Wölfflin, begraben 1759 mit zehn Jahren. Mehrere Kinder trugen denselben Namen; famrecon fand das richtige über den im Sterbeeintrag genannten Vater, die Taufe von 1749.

Diese Befunde flossen in das Archiv zurück. Über alle 32 Pfarreien stehen seitdem 2.318 Verstorbene mehr an ihrer Taufe, und die Widersprüche zwischen Sterbealter und Taufe sanken von 47 auf 17. Jede Abweichung zwischen zwei Rekonstitutionen ist eine Frage an beide, und die Antworten lassen sich zählen.

Für jeden, der Register in Tabellen hat. Jeder Autor führt seine Tabellen anders. famrecon schlägt die Zuordnung der Spalten selbst vor, aus Überschriften und Beispielwerten, mit Sicherheitsgrad je Spalte. xlsx mit mehreren Blättern, mehrere Dateien oder CSV gehen gleichermaßen. Das ersetzt den alten Weg über Tabellenkalkulations-Makros: ohne Excel-Lizenz, in Minuten statt Tagen.

Verfahren

Von der Tabellenzeile zur Familie

  1. RegisterDie Tabellen der Abschrift, eine Zeile je Taufe, Trauung, Begräbnis. Nichts wird vorher umgeschrieben.
  2. NormalformJede genannte Person wird gelesen: Name, Vorname, Beruf, Vermerke. Lautschlüssel für Schreibvarianten, Geburtsjahr aus dem Alter.
  3. VerknüpfenAlle Einträge in zeitlicher Folge. Punkte für Übereinstimmung, feste Regeln schließen Unmögliches aus.
  4. ErgebnisPersonen und Familien, jede Verbindung mit Stufe: sicher, wahrscheinlich oder neu.
  5. OffenPassen zwei Kandidaten gleich gut, wird nicht geraten. Der Fall geht in die Prüfliste.
  6. DurchsichtWer die Register kennt, entscheidet die offenen Fälle. Das Urteil gilt bei jedem neuen Lauf.
  7. AusgabeGEDCOM mit Fundstelle an jedem Ereignis, dazu ein Buch im Stil eines Ortsfamilienbuchs.

Rechnung nach festen Regelnbewusst offen gelassenEntscheidung von Hand

Nicht raten. Passen zwei Personen gleich gut, oder spricht ein Veto gegen einen sonst passenden Kandidaten, bleibt der Fall offen. Er landet in der Prüfliste mit allen Kandidaten und ihren Belegen. Wer die Register kennt, entscheidet dort oder in einer Excel-Tabelle, und das Urteil gilt bei jedem weiteren Lauf.

Nichts geht verloren. Eine Prüfkette sucht jede Tabellenzeile über ihre Fundstelle in der fertigen GEDCOM wieder. Der Rohwert jeder Zelle bleibt neben der Normalform erhalten, abweichende Schreibungen werden zu weiteren Namen.

Die Ausgabe liest Gramps, Ahnenblatt, webtrees und das Online-OFB beim Verein für Computergenealogie. Wer mit webtrees arbeitet, kann das Ergebnis direkt in wtWin weiterbearbeiten.

Regeln

Punkte, Schwellen und Ausschlüsse

famrecon arbeitet ohne künstliche Intelligenz und ohne Statistik im Hintergrund. Es gibt eine Handvoll fester Zahlen und Regeln, alle im Quelltext an einer Stelle versammelt und hier vollständig beschrieben. Was sich damit nicht ausdrücken lässt, wird nicht durch eine neue Regel erzwungen, sondern landet in der Prüfliste.

1. Wer kommt überhaupt in Frage?

Die Einträge laufen in zeitlicher Reihenfolge durch, Taufen, Trauungen und Begräbnisse gemischt; bei gleichem Datum kommt die Trauung vor der Taufe und die Taufe vor dem Begräbnis, fehlt Monat oder Tag, zählt die Jahresmitte. So kann jeder Eintrag nur an das anknüpfen, was vorher war. Für jede genannte Person werden die bisher bekannten Personen gesucht, deren Nachname gleich klingt. Dafür bekommt jeder Nachname einen Lautschlüssel nach der Kölner Phonetik: Haag und Hag, Hanneman und Hannaman, Kiefer und Kieffer erhalten denselben Schlüssel. Vornamen werden auf eine Einheitsform gebracht, etwa Nicolaus und Nikolaus oder Hanß und Johann.

2. Punkte für Übereinstimmung

Jeder Kandidat sammelt Punkte für das, was zusammenpasst:

MerkmalPunkteErläuterung
Vorname gleich100nach der Einheitsform
Vorname teilweise gleich40 – 90Rufname vorn (Jacob = Jacob Friedrich) 90, hinten (Jacob = Johann Jacob) 80, zwei gemeinsame Namen 70; ist der gemeinsame Name nur Johann, Anna oder Maria, gibt es 60 oder 40
Geburtsdatum exakt100belegte Taufe und errechnete Geburt am selben Tag
Geburtsjahr gleich50Geburtsjahr aus der Altersangabe im Begräbnis
Geburtsjahr nah30bis fünf Jahre daneben
genannter Vater passt30etwa der Vater im Begräbnis eines Kindes
genannte Mutter passt50
genannter Ehepartner passt50
Nachname buchstabengleich20nicht nur gleich klingend
Sterbedatum = Rückverweis200die Taufzeile vermerkt schon das Sterbedatum, das Begräbnis bestätigt es

3. Schwelle und Vorsprung

Ein Kandidat wird nur gewählt, wenn er genug Punkte hat und deutlich vor dem Zweitbesten liegt.

StellschraubeWertBedeutung
Schwelle allgemein100darunter wird eine neue Person angelegt
Schwelle Begräbnis80bei Verstorbenen fehlen oft Angaben
Schwelle Ehepartner, Vorehe50die Ehe selbst ist schon ein starker Anker
Vorsprung für „sicher“50und ein Anker über den Namen hinaus
Vorsprung für „wahrscheinlich“30darunter gilt es als Gleichstand und bleibt offen

Daraus folgt die Stufe jeder Verbindung. Sicher: außer dem Namen passt ein weiterer Anker wie Mutter, Ehepartner oder Datum, und niemand liegt nahe dahinter. Wahrscheinlich: Name und Vorname passen, kein ernsthafter Gegenkandidat. Neu: erste Nennung einer Person, oder bewusst offen gelassen. Die Stufe steht später an jeder Verbindung in der GEDCOM-Datei und im Buch.

Durchgerechnet, schematisch: Ein Begräbnis nennt „Johann Georg, 10 Jahre, Vater Hans Haag“. Zwei getaufte Johann Georg Haag kommen in Frage. Der gleiche Nachname bringt beiden dieselben Punkte und ist hier weggelassen.
Kandidat A, getauft im errechneten Jahr, Vater Hans: Vorname 100 + Geburtsjahr 50 + Vater 30 = 180 Punkte.
Kandidat B, drei Jahre früher getauft, anderer Vater: Vorname 100 + Geburtsjahr nah 30 = 130 Punkte.
Beide liegen über der Schwelle 80, A führt mit 50 Punkten und hat mit dem Vater einen Anker: sicher A. Wäre der Vater nicht genannt, stünde es 150 zu 130, nur 20 Punkte Vorsprung: offen, beide Kandidaten gehen in die Prüfliste.

4. Zeitfenster

Neben den Punkten zählt die Zeit. Jeder Kandidat muss in ein Fenster passen, sonst scheidet er aus, ganz gleich wie gut der Name stimmt:

FensterWertWirkung
Alter des Vaters bei der Taufe16 – 75außerhalb ausgeschlossen
Alter der Mutter bei der Taufe15 – 50außerhalb ausgeschlossen
Alter der Brautleute14 – 80außerhalb ausgeschlossen; zwischen 18 und 32 gibt es 10 Punkte extra, damit bei Namensvettern der 23-Jährige vor dem 39-Jährigen liegt
Erwachsenenrolleab 14wer jünger ist, kann nicht Vater, Mutter oder Brautperson sein; und wer schon als Erwachsener auftrat, kann nicht erst danach geboren sein
Geburt aus der Altersangabe± 1 / ± 5 Jahrebis ein Jahr daneben 50 Punkte, bis fünf Jahre 30 Punkte, mehr als fünf Jahre ausgeschlossen
Lebensdauer0 – 100ein Ereignis vor der Geburt oder nach dem hundertsten Jahr ist ausgeschlossen
Tod vor dem Ereignis—wer schon begraben ist, taucht nicht mehr auf; der Vater darf bis ein Jahr nach seinem Tod genannt sein (nachgeborenes Kind)
Mutter tot vor der Taufe1 Jahrstarb die Ehefrau mehr als ein Jahr vor der Taufe, ist diese Familie ausgeschlossen
Trauung nach der Taufe—eine Ehe, die erst nach der Taufe geschlossen wurde, kommt als Elternfamilie nicht in Frage
Kinderspanne einer Familie22 Jahrezwischen erstem und letztem Kind; mehr ist ausgeschlossen
Kindsbegräbnisunter 15wird nur an eine Taufe gebunden, wenn ein Anker passt: Geburtsdatum, Vater oder Rückverweis

Ein Fall ist gelockert: Werden die Eltern eines Erwachsenen genannt, etwa im Begräbnis eines alten Mannes, ist sein Geburtsjahr oft unbekannt. Dann prüft famrecon das Alter des Vaters nicht, lässt einen schon verstorbenen Vater zu und erweitert die Kinderspanne auf 37 Jahre, denn die Eltern sind zu diesem Zeitpunkt meist längst tot.

5. Ausschlussregeln (Vetos)

Bevor Punkte zählen, scheiden Kandidaten aus, die nach festen Regeln unmöglich sind. famrecon zählt bei jedem Lauf, wie oft jede Regel gegriffen hat.

RegelBedeutung
Alter außerhalb der RolleVater 16 bis 75, Mutter 15 bis 50, Brautleute 14 bis 80 Jahre beim Ereignis
jünger als 14 in Erwachsenenrolleals Vater, Mutter oder Brautleute unter 14
älter als 100über hundert Jahre alt
schon totbeim Eintrag schon begraben; Ausnahme ist der Vater eines nachgeborenen Kindes
Geburt weicht mehr als 5 Jahre aberrechnete Geburt aus dem Alter und belegte Taufe liegen zu weit auseinander
geboren nach erstem Auftretendie Person trat schon als Erwachsener auf, bevor sie geboren sein könnte
Geschlecht widersprichtMann und Frau passen nicht zusammen
Vorname widersprichtkein gemeinsamer Namensteil
Mutter widersprichtdie genannte Mutter passt nicht zur Ehefrau dieser Familie
Ehefrau vor der Taufe gestorbensie kann nicht die Mutter sein
Trauung nach der Taufedie Ehe dieser Familie wurde erst nach der Taufe geschlossen
Kinderspanne überschrittenzwischen erstem und letztem Kind lägen mehr als 22 Jahre
anderer Vaterdie Person hat schon Eltern, und der genannte Vater trägt einen anderen Nachnamen
ist der Vater, nicht der Sohnder Kandidat ist mit der genannten Mutter verheiratet
Begräbnis: ledig, Vater widersprichtder genannte Vater eines Ledigen passt nicht zur gefundenen Familie
Begräbnis: verheiratet, kein Partner passtder genannte Ehepartner passt zu keiner Ehe der Person
Begräbnis: Kind ohne Ankerein Kindsbegräbnis ohne Datum oder Eltern wird nicht an eine Taufe gebunden

Spricht ein Veto gegen einen Kandidaten, der sonst gut passt und einen Anker hat, wird er nicht verworfen, sondern der Fall bleibt offen. Eine Person, die doppelt bleibt, lässt sich später leicht zusammenführen; zwei Menschen, die fälschlich zu einem geworden sind, findet man kaum wieder.

6. Woher die Zahlen kommen

Punkte, Schwellen und Vetos wurden an rund 2.800 echten Kirchenbucheinträgen eingestellt. Jede Änderung an einer Regel wird gegen diesen Bestand und gegen den erfundenen Falkenrath-Stammbaum gemessen, bevor sie bleibt; automatische Tests halten die Untergrenzen fest. Der vollständige Quelltext liegt offen auf GitHub.

Messung

Wie famrecon geprüft wird

Ob eine Rekonstitution stimmt, sieht man ihr nicht an. famrecon misst sich deshalb selbst – und die Zahlen sagen genau so viel, wie ihre Messung hergibt.

An erfundenen Daten. Aus dem erfundenen Falkenrath-Stammbaum mit 492 Personen entstehen Tauf-, Trau- und Sterberegister, famrecon rechnet sie zurück, das Ergebnis wird mit dem Original verglichen. Dabei findet es 152 von 153 Ehepaaren und ordnet 331 von 337 Kindern richtig zu. Das prüft die Mechanik; echte Kirchenbücher sind unordentlicher.

An einem echten Register. Erkennt famrecon, dass ein Begräbnis zu einer bestimmten Taufe gehört? Am Register, an dem es eingestellt wurde, rund 500 solche Paare: In 92 von 100 Fällen ist die gezogene Verbindung richtig, und von 100 tatsächlichen Paaren findet es 89. Das ist kein unabhängiger Test und sagt noch nichts über Eltern, Ehen und Kinder. Eine unabhängige Messung an einem zweiten Ort, auch für die Eltern-Zuordnung, läuft.

Beim Abgleich fanden sich auch Verbindungen, die dem von Hand geprüften Familienbuch fehlen und sich im Kirchenbuch bestätigen lassen: Auch ein geprüftes Familienbuch ist eine Lesart. Mit dem Befehl vergleiche kann jeder Autor famrecon gegen sein eigenes Familienbuch messen, bevor er ihm glaubt.

Download

Windows, macOS und Linux

Aktuelle Version auf GitHub Quelltext und Anleitung

Windows als Einzeldatei, macOS als Programmpaket, Linux als .deb oder Einzeldatei; mit Python 3.11 auch per pip install. Die Oberfläche läuft im Browser, aber nur auf dem eigenen Rechner: Die Daten verlassen ihn nicht. Unter Windows und macOS warnt das System einmal vor dem unbekannten Herausgeber.

Stand: in Arbeit. Die Kette vom Einlesen bis zur GEDCOM steht und ist gemessen. Was kleine Beispiele nicht zeigen, zeigen erst große echte Register – Rückmeldungen von OFB-Autoren mit eigenen Tabellen sind ausdrücklich willkommen: thomas@bgg-mail.de.